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Industrie-Studie: Moderne Medizintechnik hilft Kosten senken

Der IOL-Master ist laut einer Industrie-Studie ein MedTech-Produkt, das hilft, Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Quelle: CZM
Der IOL-Master ist laut einer Industrie-Studie ein MedTech-Produkt, das hilft, Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Quelle: CZM

30.10.2007 – BERLIN (MedCon) - Beim „Innovationsforum Medizintechnik“ in Berlin forderten die Industrieverbände BDI, BVMed, ZVEI und Spectaris, die Medizintechnik nicht nur als Kostentreiber zu sehen – im Gegenteil könne sie unterm Strich für erhebliche Einsparungen sorgen, wie eine vorgestellte Studie zeigte, welche die TU Berlin und die Unternehmensberatung Droege & Comp. im Auftrag von Spectaris und des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie durchführten.

Eines der von der Studie ausgewerteten zehn Produktbeispiele ist der IOL Master der Carl Zeiss Meditec AG zur Bestimmung der optimalen Dioptrien-Stärke einer IOL. Hochgerechnet für den Bereich Katarakt-Op kam die Studie zu potenziell 450.000 Einsätzen dieses Systems pro Jahr in Deutschland. Würde ausschließlich dieses Messgerät verwendet, könnte - im Vergleich zur Ultraschallmesstechnik - für das Gesundheitssystem ein Einsparvolumen von insgesamt 5.812.500 Euro erzielt werden, erklären die Studienautoren unter Einbeziehung aller Kosten-Nutzen-Effekte, so zum Beispiel verkürzte Messzeit, reduzierte Personalkosten (Einsatz von Assistenzpersonal), Vermeidung von Folgebehandlungen oder Reduktion notwendiger Sehhilfen.

„Wir müssen die langfristigen Einsparpotenziale und die Effekte auf Sekundärkosten durch moderne MedTech-Verfahren in die Überlegungen und in die Kostenübernahme medizintechnologischer Produkte einbeziehen“, formulierte Dr. Meinrad Lugan, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), eine der Forderungen der Industrie. Seine Sichtweise wird von der Studie untermauert. Diese zeigt an zehn Produktbeispielen der Medizintechnik ein Einsparpotenzial von insgesamt 1,5 Milliarden Euro jährlich auf. Davon entfallen alleine 990 Millionen Euro auf einen neuen kardinalen Biomarker zur Früherkennung des akuten Koronarsyndroms. Auf Platz zwei folgt mit großem Abstand (150 Mio.) ein telemedizinisches System zur Betreuung von Patienten mit chronischer Herzschwäche. Der IOL-Master rangiert mit den ermittelten knapp sechs Millionen Euro Einsparvolumen auf Rang neun der zehn ausgewählten Produktbeispiele.

Die Studie basiert auf einer Umfrage, die der Spectaris-Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien unter deutschen MedTech-Firmen durchführte. Gefragt wurde, welche Produkte und Verfahren der angeschriebenen Unternehmen "unmittelbar als kostengünstigeres Produkt oder Verfahren oder indirekt mittel- bzw. langfristig zu einer Ausgabenreduktion im Gesundheitswesen beitragen". 60 Unternehmen reagierten auf die Anfrage, zehn Beispiele wurden daraufhin ausgewählt mit der Vorgabe, jüngere, aber auch im Markt bereits etablierte Produkte auszuwählen, sowohl komplexe als auch eher einfach aufgebaute Medizinprodukte einzubeziehen und neben größeren auch kleinere Unternehmen zu berücksichtigen.

Es blieb jedoch die Frage, ob aus den 60 von den Firmen eingereichten Produkten und Verfahren nicht willkürlich die passendsten ausgesucht worden waren. Auf Nachfrage der MedCon-Redaktion, ob es auch Negativbeispiele (also kostensteigernde medizintechnische Produkte) gebe, erklärte Dr. Meinrad Lugan: „Die gibt es, aber sie verschwinden schnell vom Markt, weil sie sich nicht rechnen.“ Eine der wesentlichen Forderungen der Industrie war es jedoch, die Medizintechnik eben nicht nur unter dem Kostenaspekt zu betrachten. „Wir wollen einen Wettbewerb um die beste Qualität der medizinischen Versorgung, nicht um den billigsten Preis ohne Rücksicht auf Qualität und Qualifikation“, so Lugan. Er mahnte eine Gesamtbetrachtung von Behandlungsprozessen an und forderte, die Perspektive des Patienten mit einzubeziehen.


Informationen und Download der Studie "Das Einsparpotenzial innovativer Medizintechnik im Gesundheitswesen": www.spectaris.de

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