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Avastin-Verfügbarkeit in den USA soll limitiert werden

16.10.2007 – SOUTH SAN FRANCISCO (MedCon) - Starke Umsatzsteigerungen mit dem Krebsmedikament Avastin und anderen Arzneimitteln haben dem amerikanischen Biotechnologie-Konzern Genentech Inc. im dritten Quartal 2007 zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen.

Genentech mit Sitz in South San Francisco verdiente im Juli-September-Abschnitt 685 Millionen Dollar (482 Mio Euro) oder 21 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 64 Cent (Vorjahresvergleichszeit: 53 Cent), gab das zweitgrößte Biotechnologie-Unternehmen der Welt nach Amgen am Montag nach Börsenschluss bekannt. Der Umsatz legte auf 2,9 (2,4) Milliarden Dollar zu. Genentech steigerte den Neunmonatsumsatz auf 8,8 (6,6) Milliarden Dollar und verdiente in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2,1 (1,5) Milliarden Dollar oder 2,00 (1,41) Dollar je Aktie.

In den USA beabsichtigt Genentech unterdesssen, die Verwendung seines Krebspräparates Avastin für den ophthalmologischen Gebrauch einzuschränken. Unter Verweis auf sein für die neovaskuläre AMD zugelassenes Präparat Lucentis erklärt das Unternehmen laut Wall Street Journal (WSJ), Avastin solle ab dem 30. November nur noch über Krankenhausapotheken und an Ärzte direkt abgegeben werden, nicht mehr aber an so genannte "compounding pharmacies", die unter anderem berechtigt sind, Arzneimittel neu abzupacken. So wird Avastin von solchen Apotheken bislang für den augenheilkundlichen Gebrauch in entsprechend veränderten Dosen angeboten.

US-Ophthalmologen machen allerdings darauf aufmerksam, so berichtet das WSJ, dass Avastin auch bei anderen Augenerkrankungen eingesetzt werde, für die weder Avastin noch Lucentis zugelassen seien, und dass der bisher geregelte Umgang mit Avastin in der Augenheilkunde künftig in einen ungeordneten Zustand abgleiten könnte, etwa weil Ärzte zur Kostenersparnis für ihre Patienten möglicherweise dazu übergehen könnten, Avastin selbst neu abzupacken - unter unzureichenden Sicherheitsbedingungen.
Bereits im Dezember 2006 hatte die FDA einer "compounding pharmacy" Warnbriefe zukommen lassen, dass das Aufsplitten von Avastin-Dosen für den Gebrauch in der Ophthalmologie die Gefahr der Kontamination und ernsthafter Augeninfektionen in sich berge.

Auf dem US-Markt hat Genentech nach WSJ-Informationen, die sich auf Unternehmensangaben beziehen, im ersten Halbjahr 2007 Avastin im Wert von 1,1 Milliarden USD verkauft. Lucentis erzielte im selben Zeitraum einen Umsatz von 420 Millionen USD.
Vom 3. Quartal 2006 bis zum 2. Quartal 2007 (einschl.) stieg der Avastin-Umsatz auf dem US-Markt kontinuierlich an: von ca. 430 Mio. (3. Q '06) auf ca. 570 Mio. (2. Q '07), während der Lucentis-Umsatz vom 3. zum 4. Quartal 2006 zunächst anstieg (von ca. 170 auf ca. 215 Mio.), dann aber leicht rückläufig war (ca. 210 Mio., 1. Q '07)und zuletzt (2. Q '07) stagnierte.

(dpa/dk)



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