– MÜNCHEN/RECKLINGHAUSEN (MedCon/ur) – NOTES - "Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery", steht für eine neue Methode, bei der endoskopische Instrumente durch natürliche Körperöffnungen wie den Darm, die Vagina oder den Mund eingeführt werden. An der Uni München wurden so erstmals Eierstöcken und Eileitern entfernt; am Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen konnte jüngst ein Teil des Magens durch die Vagina heraus operiert werden.
Dr. Darius Dian und seine Kollegen von der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Universität München (LMU) entfernten auf diese Weise Eierstöcke und Eileiter. Sowohl die Operationen als auch die Genesungen der Patientinnen verliefen ohne Komplikationen, erklärten sie.
Aus gynäkologischer Sicht gebe es allerdings noch einiges zu verbessern bei NOTES-Eingriffen: Kommerziell sind momentan nur Gastroskope erhältlich. Diese Instrumente wurden für den Einsatz im Magen-Darm-Trakt entwickelt, und sind daher wegen ihrer zu hohen Flexibilität und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit für Operationen im Bauchraum nur bedingt geeignet.
Medizintechnik-Firmen arbeiten mit Hochdruck an der Spezialisierung von Serien-Instrumenten. Solange die Mängel nicht behoben sind, sei es unverzichtbar, neben dem Zugang über die Vagina auch Instrumente über den Bauchnabel einzuführen, erklärt der Gynäkologe. Experten streiten zwar noch darüber, ob der Nabel zu den natürlichen Körperöffnungen des Menschen zählt, ein Einstich in diese Region hinterlässt allerdings keine sichtbare Narbe.
Trotz der Mängel ist NOTES schon jetzt ein Erfolg und Dian berichtet über die aktuelle Etablierung der Methode: "Aufgrund der guten Erfahrungen mit dieser Technik ist an der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der LMU in München die narbenfreie Operationstechnik mittlerweile fester Bestandteil des operativen Vorgehens bei Eierstockentfernungen."
Am Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen gelang einem Ärzteteam unter Leitung des Viszeral- und Transplantationschirurgen Prof. Martin Büsing jetzt die Entfernung eines Magenteils durch die Vagina. Bei dem Eingriff handelt es sich um den ersten dieser Art in Europa. Büsing erklärte: "Diese Form des Eingriffs verursacht bei den Patientinnen weniger Schmerzen. Die Bauchdecke bleibt narbenfrei, was die Gefahr einer Wundinfektion weiter senken wird."
Seit Mai wurden in Recklinghausen 20 Blinddarm- und Gallenblasen-Operationen auf diese Weise durchgeführt. Eine ähnliche Aufwärtsentwicklung erwartet Büsing auch bei Magenverkleinerungen stark übergewichtiger Patientinnen nach der NOTES-Technik.
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