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"Facharzt ins Gesetz" - DFV stellt Positionen zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens vor

27.05.2010 (BIERMANN) – Die niedergelassenen Fachärzte müssen mit einem eigenen Paragraphen ins Sozialgesetzbuch V - das ist eine der zentralen Forderungen, die der DFV in Zusammenarbeit mit zwölf fachärztlichen Berufsverbänden gegenüber den im Bundestag vertretenen Parteien aufstellt. Diese Forderung ist Teil eines 44seitigen Positionspapiers, dass der Deutsche Facharztverband (DFV) an alle 622 Mitglieder des Deutschen Bundestags übergeben hat.

"Wir müssen die Frage der ärztlichen Versorgung vom Kopf auf die Beine stellen - denn die Versorgung durch die niedergelassenen Fachärzte ist die einzige Säule der spezialisierten medizinischen Versorgung im ambulanten Bereich. Das Krankenhaus ist im ambulanten Sektor eine wichtige Ergänzung, aber kein Ersatz oder gar ein tragender Pfeiler", sagt Augenarzt Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des DFV. Mit rund 60.000 Fachärzten und mehr als 180.000 Arzthelferinnen seien die niedergelassenen Fachärzte "eine Mittelstandsmacht".

Die Stellungnahme der Fachärzte trägt den Titel "Positionen des Deutschen Facharztverbandes zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesen 2010". In diesem Positionspapier, so der DFV, wird nicht nur das "Angebot einer transparenten, an Qualität und Leistung orientierten niedergelassenen Facharztmedizin" hervorgehoben, sondern auch Lösungsvorschläge für das Gesundheitswesen vorgestellt, die in zehn Punkten zusammengefasst werden.

Zu diesen zehn Punkten zählen unter anderem die Legaldefinition des Facharztes im SGB V, um diesen dauerhaft in der ambulanten Versorgung zu sichern, das Verbleiben der fachärztlichen Versorgung in der Hand freiberuflicher, selbstständiger Ärzte, der Abbau der Bürokratie und das Primat der Medizin als bestimmender Faktor in der Gesundheitspolitik, die Sicherstellung der regionalen Versorgung, die leistungsgerechte Vergütung und der Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung im Kollektivvertrag.
Die zehn Hauptforderungen des DFV werden im Positionspapier in sechs Kapiteln mit insgesamt 67 Unterpunkten näher erläutert und begründet.

Die Positionen sind auf der Hompage des Deutschen Facharztverbandes -
www.deutscher-facharztverband.de - einseh- und herunterladbar.

Der DFV-Vorsitzende zeigte sich erfreut, dass sich mit dem DFV zusammen zwölf fachärztliche Berufsverbände hinter das Zehn-Punkte-Papier gestellt haben und dieses unterstützen. "Das ist auch im Hinblick auf den kommenden Wahlkampf in den Kassenärztlichen Vereinigungen von Bedeutung", so Scharmann. Zu den zwölf unterstützenden Berufsverbänden zählt auch der BVA.

Rund 60.000 niedergelassene Fachärzte stellen laut DFV zusammen mit ihren rund 180.000 Arzthelferinnen die fachärztliche Grund- und Spezialversorgung sicher. Auf 1000 Einwohner kommen nach Angaben des Verbands in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer doppelten Versorgung kann keine Rede sein.


Quelle: DFV

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