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Munte: Eingriffe der Politik in Selbstverwaltung haben Geldflüsse unüberschaubar werden lassen

Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns. Fotoquelle: KVB
Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns. Fotoquelle: KVB

05.03.2010 (BIERMANN) – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sieht die Verantwortung für die verspätete Lieferung von Honorarzahlen nicht bei sich, sondern bei Selektivverträgen und den gesetzlichen Vorgaben zur Honorarverteilung. In einem Interview mit dem Onlineportal "Der Westen" der WAZ-Mediengruppe hatte Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) kürzlich den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vorgeworfen, sie seien - um es vorsichtig zu formulieren - etwas in Verzug. Es lägen nicht einmal vorläufige Daten vor.

Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, hält diese Äußerungen für "gesundheitspolitisch verfehlt und realitätsfremd". Die frühere Bundesregierung habe durch zahllose Eingriffe in die Belange der Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen diverse Komplikationen verursacht und somit dafür gesorgt, dass die Abrechnung immer schwieriger und intransparenter werde. Gerade durch die Bevorzugung von Selektivverträgen seien die Geldflüsse von den Krankenkassen über die KVen bis hin zu den Ärzten und Psychotherapeuten praktisch unüberschaubar geworden.

Wenn es Rösler mit seiner Kritik wirklich ernst meine, dann habe er als Chef des Bundesgesundheitsministeriums und damit der Aufsichtsbehörde der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) jederzeit die Möglichkeit, alle internen Prozesse überprüfen und gegebenenfalls umstellen zu lassen, führte Munte weiter aus.

"Ich gehe jedoch davon aus, dass Herrn Rösler selbst klar ist, dass in allen KVen seit nunmehr eineinhalb Jahren intensiv und mit Hochdruck daran gearbeitet wird, die gesetzlichen Vorgaben zur Honorarverteilung an die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten so gut wie möglich umzusetzen. Insofern betrachte ich seine jüngste Kritik als reine Spiegelfechterei", so Munte.

Insbesondere in Bayern sei die Durchführung der Abrechnung seit der Neuordnung der Honorarsystematik im Jahr 2009 extrem schwierig geworden. Denn durch den "AOK-Hausarztvertrag" flössen seit dem zweiten Quartal 2009 im Rahmen der Bereinigung Mittel in zweistelliger Millionenhöhe aus der gewohnten Honorarverteilung durch die KVB ab.

"Auf Grund der vielen bürokratischen Regelungen und Vorgaben haben wir einen gigantischen Verwaltungsaufwand, sodass die Abrechnung nicht mehr zeitnah durchgeführt werden kann, wenn sie korrekt sein soll", betonte Munte "Der von der Politik geforderte Vergleich mit den Vorjahren ist durch die Bereinigung sowieso zur Makulatur geworden." (sf)

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