– STUTTGART (dpa) – Europas größter Pharmahändler Celesio hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich sank der Überschuss von 320 auf 192 Millionen Euro. Grund seien unter anderem staatliche Preiseingriffe in Großbritannien, teilte das im MDAX notierte Unternehmen in Stuttgart mit.
Im Gesamtjahr 2008 werde der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auch nach der Bereinigung um Währungseffekte «deutlich unter Vorjahr liegen».
Der Umsatz vor Wechselkurseffekten soll rund zwei Prozent zulegen.
In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz bereinigt um Wechselkurseffekte um 1,2 Prozent auf 16,29 Milliarden Euro, während das EBITDA vor Währungseinflüssen um 18,7 Prozent auf 477,7 Millionen Euro sank. Zwischen Januar und September schrumpfte der Gewinn vor Steuern und Zinsen von 545,5 auf 394,8 Millionen Euro.
Vorstandschef Fritz Oesterle begründete den Gewinnrückgang neben staatlichen Preisvorgaben in Großbritannien mit dem Rabattwettbewerb im Deutschland. Negative Wechselkurseffekte hätten zudem mit Millionenbeträgen auf den Gewinn gedrückt.
«Schon zu Beginn des Jahres haben wir angekündigt, dass 2008 ein schwieriges Jahr für Celesio werden wird. Die Belastungen werden nun sichtbar», sagte Oesterle. «Dazu gehören bereits bekannte und neue staatliche Maßnahmen, neue Erstattungsmechanismen für Generika, die Schwäche des britischen Pfunds, der langsamer als erwartet abebbende Rabattwettbewerb im deutschen Großhandel sowie die niedrigere Marktbewertung unserer ANZAG-Beteiligung.»
Der Celesio-Großhandel entwickle sich in einem schwierigen Marktumfeld gut, sagte Oesterle. In Deutschland habe der Pharmahandel verlorene Marktanteile zurückgewonnen. Celesio baute auch den Bereich eigene Apotheken aus. In sieben europäischen Ländern habe das Unternehmen 91 Apotheken gekauft oder eröffnet. Derzeit besitzt Celesio weit über 2300 Apotheken.
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