Mit kleinen Schritten auf dem Weg zum großen Durchbruch
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- Prof. Krieglstein hielt gestern die Von-Graefe-Vorlesung. Quelle: Wächter
27.09.2009
– LEIPZIG (BIERMANN) – Ein Potpourri von Anstregungen, die Glaukomchirurgie nach vorne zu bringen, präsentierte Prof. Günter K.Krieglstein, Direktor der Kölner Unversitätsaugenklinik, in seiner Von-Graefe-Vorlesung, die er gestern vor großem Publikum hielt.
Die antiglaukomatöse Chirurgie sei noch weit entfernt davon, eine ideale zu sein, räumte Krieglstein ein, der große Durchbruch sei trotz vieler aktiver Forschergruppen noch nicht geschaffen. Als Fazit kam Krieglstein zu dem Ergebnis, dass die Trabekulektomie mit Mitomycin C nach wie vor die Referenzmethode sei.
Dennoch sieht er viele kleine Schritte in die richtige Richtung, keine großen Sprünge. Er riet dringend, bei der Vielfalt der gegebenen Optionen keine Techniken auf niedrigem Evidenzniveau zu popularisieren, sondern stets den Weg von der Pilotserie über die randomisierte, kontrollierte Studie zu gehen. "Wir haben die Wunderoperation für das Glaukom noch nicht, aber wir kommen weiter mt der korrekten Aufarbeitung der Methoden.
Zuvor hatte Krieglstein einen umfassenden Überblick über SLT und ALT, die Kammerwinkelchirurgie, die nichtperforierende Glaukomchirurgie, die Modifikation der postoperativen Wundreparatur und über die diversen Implantate gegeben. Des Weiteren erläuterte er das Verfahren der antiglaukomatösen Retinektomie (augeninterner Wassertransport durch Diffusion in die Aderhaut), die er jedoch wegen des hohen Risikos als Alternative zur Aufgabe eines Auges bei ausgesuchten, desparaten Glaukomen einstufte.
Zu den Fortschritten in der Glaukomchirurgie zählte Krieglstein die SLT, die kontrollierte Zyklophotokoagulation zur Senkung des Risikos der Photodisruption, die Gonio-Triple-Op als Option bei therapierefraktärem chronischem Winkelblockglaukom oder die Kanaloplastik als "neuer Horizont" der nichtpenetrierenden Glaukomchirurgie. Im Bereich der Implantate bleibe man an der Kölner Uni-Augenklinik weiter bei den epibulbären Drainage-Implantaten, erklärte Krieglstein nach einem Erfahrungsbericht über Kammerwinkel-, suprachoroidale und korneosklerale Implantat-Varianten. Weiterhin der Goldstandandard in der Wundmodulation ist nach Krieglstein die intraoperative Einzeldosis Mitomycin C.
Krieglstein, so hatte Kongresspräsident Prof. Peter Wiedemann in seiner Begrüßung erinnert, sei im vergangenen Jahr von der DOG mit dem Von-Graefe-Preis ausgezeichnet worden. Und da es nichts umsonst gebe, meinte Wiedemann augenzwinkernd, müsse der Preisträger nun die Von-Graefe-Vorlesung halten, die die innovative Glaukomchirurgie beleuchte - schließlich stehe Krieglstein synonym für "Glaukom-Behandlung".