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Neue Add-on-MIOL bei Live-Implantation vorgestellt

Die implantierte Add-on-MIOL mit der Ringstruktur des diffraktiven Schliffes (Pfeile). Quelle: laserforum/Augenklinik am Neumarkt
Die implantierte Add-on-MIOL mit der Ringstruktur des diffraktiven Schliffes (Pfeile). Quelle: laserforum/Augenklinik am Neumarkt

07.02.2008 – KÖLN (MedCon) - Das Kölner Adventssymposium etabliert sich als fester Bestandteil im ophthalmologischen Kongresskalender. Mehr als 120 Experten der Augenheilkunde aus ganz Deutschland folgten der Einladung des Laserforums e.V., um sich über neue Entwicklungen zu informieren und auszutauschen. Schwerpunkte waren die refraktive Laser- und IOL-Chirurgie.

Erstmals wurden die verschiedenen Verfahren als Live-Chirurgie aus den Operationssälen der Augenklinik am Neumarkt in den Kongresssaal übertragen. Ein ausgefallenes Ambiente für die Veranstaltung bot der zum Kino umfunktionierte klassizistische Theatersaal des „Belgischen Hauses“. Die Moderation übernahmen Prof. Bernd Kirchhof, Prof. Ekkehard Fabian und Prof. Holger Lubatschowski.

Das Symposium bot die Gelegenheit für eine Premiere: Die diffraktive Add-on-Linse der Firma HumanOptics wurde zum ersten Mal der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Dieses Verfahren befindet sich bei der Augenklinik am Neumarkt in der klinischen Erprobung. Hintergrund: Von den modernen diffraktiven Multifokallinsen profitieren bereits viele Neu-Patienten, doch was ist mit den Millionen Patienten, die sich ebenfalls ein optimales Seherlebnis wünschen? Bis vor kurzem war die Erfüllung solcher Wünsche schwierig, da der Austausch einer Kunstlinse nach Jahren meist schwierig ist. Nun aber ist eine ideale Technik für solche Fälle verfügbar: Die Huckepack- oder Add-on-Linsen werden vor eine bereits implantierte Linse gesetzt. Diese Huckepack-Linsen sind durch ihr spezielles Design hauchdünn, passen daher ideal vor eine bereits implantierte Kunstlinse und können nach den Bedürfnissen des individuellen Auges gefertigt und implantiert werden. So kann auch für bereits in früheren Jahren operierte Patienten ein Gewinn an Sehqualität erreicht werden: Der Nahbereich erschließt sich nun ohne Brille.

Ein straffes Programm erwartete die geladenen Gäste des Adventssymposiums: Insgesamt konnten zwölf chirurgische Eingriffe live verfolgt werden. Dabei wurden die OP´s parallel in jeweils drei Perspektiven übertragen: OP-Feld-Mikroskop, OP-Totale und die die jeweilige OP ergänzenden Folien. Neben den beiden Gastgebern Dr. Kermani und Dr. Gerten waren zu sehen: Prof. Mietz (Aschaffenburg), Prof. Kohnen (Frankfurt), Prof. Dick (Bochum), Dr. Meyer (Köln). Die Operationen waren so ausgesucht, dass sich immer wieder auch ein Vergleich von Produkten und OP-Techniken ergab. Die multimediale Präsentation entfachte so einen regen Austausch bei den Gästen des Adventssymposiums.

Weitere Höhepunkte waren linsen- und laserchirurgische Eingriffe:
Linsenchirurgische Eingriffe:
- Implantationen faltbarer phaker Vorderkammerlinsen (Typ Artiflex und HumanOptics bei Myopie und myopen Astigmatismus)
- Refraktiver Linsenaustausch und Implantation von torischen Hinterkammerlinsen (Alcon und Human Optics im Vergleich)
- Multifokale Linsenimplantationen (Alcon/ReStor) bei Patienten mit beginnender Katarakt
- Die Phakoemulsifikationen wurden mit der neuen Geuder S III und der Alcon Infinity durchgeführt.

Laserchirurgische Eingriffe: Die laserchirurgischen Eingriffe boten gleich eine Reihe verschiedener Gegenüberstellungen. So wurden Femto-Lasik-Eingriffe bei Myopie und Hyperopie mit IntraLase (AMO) und dem neuen kompakten Femto-LDV der Firma Ziemer demonstriert. Auch zwei verschiedene Excimer-Laser konnten in ihrer Anwendung beobachtet werden. Der Nidek EC 5000 CX III und der Zeiss MEL 80 Excimer Laser mit ihren jeweiligen Besonderheiten wurden präsentiert. Abgeschlossen wurde das OP-Programm mit der Implantation eines Intra-Cornealen Ringes (ICR) nach IntraLase Femtosekundenlaser-Tunnelpräparation bei einem Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus. Besonderes Interesse fand auch die CK (konduktive Keratoplastie) bei einer presbyopen Patientin.

Die Gastgeber Dr. Omid Kermani und Dr. Georg Gerten zeigten sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden: „Wir werden das Adventssymposium weiter ausbauen. Eventuell werden wir im nächsten Jahr das OP-Programm etwas lichten und dafür zusätzlich eine Live-Visite einführen, denn viele Kollegen haben uns insbesondere auf die peri-operativen Fragestellungen angesprochen.“

Informationen:
Das 16. Adventssymposium findet am 6. Dezember im Belgischen Haus, Cäcilienstr. 46, 50667 Köln, statt. Der vorläufige Beginn ist um 9.00 Uhr. Die genauen Angaben stehen in Kürze auf www.laserforum.de.

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